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Geschichte der Matratzen

Matratzen

Nachfolgend erfahren Sie einiges über das Thema Matratzen allgemein sowie über deren Herkunft und Geschichte.

Allgemeines :
Wie lautet eigentlich die genaue Definition von einer Matratze? Darunter versteht man Polster, um ein bequemes Liegen und primär komfortables Schlafen gewährleisten zu können. Die Matratzen werden in der Regel auf Lattenroste beziehungsweise Unterfederungen gelegt, früher hieß ein solches Gestell auch Drahtgeflecht. In Verbindung von Matratzen spricht man häufig von Bettsystemen; unter solch einem System ist die Kombination von Matratze und hierzu passendem Lattenrost zu verstehen. Das Bettsystem zusammen mit Rahmen oder auch Gestell genannt, fügen sich diese Komponenten zu einem Bett zusammen.
Natürlich bestehen sehr viele verschiedene Matratzen, aus diversen Materialien, wie zum Beispiel aus Schaumstoff, Latex, aus Naturprodukten oder Federkern. Die Produkte werden ebenso mit verschiedenen Überzügen ummantelt, bei den eben erwähnten handelt es sich beispielsweise um einen so genannten Drellbezug oder Ähnliches. Die Überzüge werden ebenfalls mit weiteren Materialien versteppt, hierfür kommen Wildseide, Rosshaar, Schafwolle, Vlies oder Baumwolle in Frage, je nach Geldbeutel und Wunsch, sind diese frei wählbar und führen auch zu einem unterschiedlichen Schlaferlebnis, laut Produzenten. Wobei dies manchmal fraglich erscheint, da über die Matratzen zumeist ein Matratzenüberzug (Frottee) gespannt wird, so zu sagen als Schutz für die Matratzen. Die Bezüge einiger hochwertiger Matratzen, den Komfortmatratzen, bestehen aber auch häufig aus Drell. Bei Drell handelt es sich um ein sehr festes Produkt, dreidimensionaler, elastischer Stoff, meist Frottee oder Jersey - mehrlagig. Als Standart mittlerweile bereits, der abnehmbare und waschbare Matratzenbezug.

Doch nicht nur der Überzug von Matratzen spielt eine wichtige Rolle für den Schlafkomfort, sondern auch die Liegezonen. Diese wurden erst vor rund 20 Jahren erfunden, um die Matratzen optimal an die menschlichen Schlafgewohnheiten, Rundungen und Rückenformen an zu passen. Ein Nebenaspekt, welcher allerdings an Bedeutung immer mehr zu nimmt, findet sich in der Gesundheit wieder. Durch eintöniges Bewegungsverhalten den ganzen Tag über (PC, Sitzen, Stehen) beginnen bereits im frühen Alter die Rückenprobleme. Eine gute Matratze soll wenigstens in der Nacht dafür sorgen, einen wohligen und erholsamen Schlaf zu finden und nicht auch noch die Rückenbelastung zu verstärken. Die modernen Matratzen werden also zunehmend in entsprechende Liegezonen aufgeteilt, insgesamt gibt es sieben Stück. Diese passen sich optimal an die speziellen Körperzonen an, geben nach oder stützen - die Bedürfnisse werden rund um versorgt.

Zur Herstellung einer Matratze; diese werden heutzutage beinah ausschließlich als ein ganzes komplettes Stück hergestellt - also einteilig. Dies wurde nur möglich, da auch die verwendeten Materialen wie Schaumstoff oder Schaumgummi immer leichter werden. Als das Material einer Matratze noch schwer war, lag es natürlich nahe, drei oder vier Teile zu einer zusammen zu setzen, beim Wenden oder Lüften der Matratzen taten sich so die Hausfrauen leichter, da auch die Hausarbeit keine Männersache war. Eine Zeit lang waren Matratzen mit einer Sommer- und einer Winterrückseite auch sehr beliebt, diese werden nun nicht mehr produziert, auch Wunsch ist aber natürlich alles möglich.

Ein angenehmer Zusatz findet sich in den neumodischen Haltergriffen, welche stets auf der Seite der Matratzen zu finden sind, diese erleichtern das Hantieren mit den großen und immer unhandlichen Formen der Matratzen.


Die Geschichte und die Herkunft der Matratzen
Vorab die Definition des Wortes Matratze, es ist auf das Früh-Italienische Wort "materazzo" zu beziehen, welches sich von "matrah", dem arabischen Wort für Bodenkissen, ableitet. Bereits im frühen Altertum fanden sich schon Matratzen beziehungsweise deren Vorläufer.
Nach der Überlieferung von Homer, einer der ersten namentlich bekannten Dichter von Griechenland in der Antike, war das Bett des Odysseus ein vierfüßiger stark verzierter Rahmen, welcher mit Stierhaut überzogen und mit Fellen bedeckt war. Als Decke war eine wolliger Mantel mit Leinenüberzug vor zu finden.
Allgemein schienen die Griechen in der Bettgeschichte bereits sehr früh fortschrittlich zu denken, zumeist stand in den Häuschen ein Bettgestell aus Holz mit reich verzierten Füßen und einer starken Erhöhung am Kopfende, die einer Lehne glich.

Auch die Römer kultivierten sich und schliefen in Betten, ähnlich konstruiert wie bei den Griechen, jedoch mit viel Luxus. Rückwirkend kann behauptet werden, dass die Römer letztendlich die Matratzen erfunden hatten. Aufgrund des großen und immer präsenten Wunsches sich überall mit Luxus zu umgeben, musste dies vor allem auch im Schlafbereich vorhanden sein. Heu, Wolle, Schilf und Federn - von Gänsen oder Schwänen - füllten die ersten Matratzen, welche mit Hilfe von Gurten befestigt wurden. Matratzen hießen damals `culcita´ oder `torus´.

Im Jahre 1960 fanden Ausgrabungen in den Gegenden von Herculaneum statt, diese Stadt viel im Jahre 79 nach Christus dem schweren Vesuvausbruch zum Opfer. Bei diesen Ausgrabungen wurden eine Sklavenliege sowie eine Kinderwiege entdeckt. In der Kinderwiege lag eine sorgfältig ausgearbeitete Matratze aus Pflanzenfasern, schlussfolgernd kann somit behauptet werden, dass sich dass gemeine Volk bereits ebenfalls den Komfort von Matratzen leisten konnten. Selbstverständlich nur für die Angehörigen der Familie gedacht, Sklaven mussten auf einer einfachen Holzliegen schlafen mit einem Fellüberzug (wenn überhaupt) und einer Decke aus Leinen.
Etwas später in der Geschichte, in den Zeiten der Kreuzzüge im zwölften und dreizehnten Jahrhundert, stellten Matratzen in der arabischen Welt eine Selbstverständlichkeit dar. Durch die Züge fand ein essenzieller Kulturaustausch statt, welcher viele Neuerungen und Entdeckungen mit in die Europäischen Gefilde brachte - eben auch die Matratzen. Ein wichtiger Mann in der Geschichte des Kulturaustausches fand sich in Friedrich II von Sizilien wieder, durch ihn gelangten neben den Matratzen auch andere Nützlichkeiten nach Europa, welche durch seine Ritter auch im Volk populär gemacht wurden.

Zurück zu kommen auf Deutschland und die Matratzen, bis hin zur Neuzeit - man muss bedenken, dass die Araber zu diesem Zeitpunkt bereits alle seit über 700 Jahren auf Matratzen ruhten - stellten diese Artikel reinen Luxus dar, den sich nur die Königlichen und die Reichen leisten konnten. Diese Matratzen von damals bestanden zumeist aus Kissen. Das gemeine Volk in Deutschland schlief weiterhin auf Seegras, auf Schilf, auf Stroh oder sogar dem unangenehmen Spreu. Mit diesen Materialen wurden Säcke gefüllt, die Säcke dienten als Matratzen und wurden mit Leinen überzogen.
Die Hersteller dieser Matratzen wurden Sattler genannt, welche aber auch Pferdesättel fertigten,
allerdings erst ab Ende des 19. Jahrhunderts. Beliebt wurden so genannte dreiteilige Matratzen. Eine Wende gestaltete sich im Bereich der Matratzen erst nach dem zweiten Weltkrieg, danach wuchsen die Ansprüche auch im Volk. Matratzen, Lattenroste, Materialien und Überzüge änderten sich, eine Weiterentwicklung findet bis heute statt.
Eine Besonderheit in der Matratzenwelt findet sich als Wasserbett wieder - dies bleibt einzigartig - wird aber immer beliebter. Es gibt zudem mittlerweile auch Wassermatratzen, welche beheizt und nach Belieben gefüllt werden können.