Visco-Matratze oder Latexmatratze - Welche ist die Richtige für mich? Teil 2
…….Dagegen werden Latexmatratzen entweder aus synthetischem Latex oder Naturlatex hergestellt. Meistens werden jedoch beide gemischt. Durch Zugabe von Schwefel und anderen Stoffen wird dann im Vulkanisationsverfahren der Kautschuk in Form gebracht. Hier ist darauf zu achten, wie hoch der Anteil an Naturprodukt ist. Denn es wird meistens in der Produktion mit synthetischem Latex gemischt, der seine Elastizität schneller verliert. Je höher als der Anteil an Naturlatex, desto langlebiger die Matratze. (Meist findet sich ein Anteil von ca. 30 – 35 Prozent an Naturlatex in der Matratze.) Latexmatratzen aus 100 Prozent Naturlatex sind auf dem Markt wenig zu finden. Dagegen jedoch durchaus welche aus 100 Prozent synthetischem Latex. Sollten Sie Wert darauf legen, dass ihre Matratze ausschließlich aus Naturlatex besteht, achten Sie auf das Gütesiegel „QUL” des Qualitätsverbandes umweltverträgliche Latexmatratzen e.V..
Die Lebensdauer beider Matratzen können nur schwer verglichen werden, da für beide keine Werte vorliegen, die eine Durchschnittsaussage rechtfertigen. Allerdings gilt für beide, dass der Lattenrost eine erhebliche Rolle spielt. Gerade bei den Latexmatratzen ist wichtig, sie auf Lattenrost und nicht in geschlossenen Bettsystemen zu legen, um eine Schimmelbildung auszuschließen. (Diese wäre möglich, muss aber nicht zwingend auftreten, wenn Pflegehinweise beachtet werden.) Sowohl für Latexmatratzen als auch für Visco-Matratzen werden Lattenroste mit 42 Latten empfohlen, um die positiven Liegeeigenschaften beider Matratzen optimal zu unterstützen und die Lebensdauer zu optimieren. Nur die Latexmatratze können sie auch mit einem Lattenrost mit weniger (mind. aber 28) Leisten nutzen. Allerdings ist das nicht empfehlenswert und ggf. nur als Übergangslösung anzusehen.
Sowohl die Visco-Matratze als auch die Latexmatratze sind bestens für verstellbare Lattenroste geeignet und passen sich sehr gut an diese und auch an die Körperform an. Ebenso sind beide sind absolut geräuschfrei und haben den Vorteil der geringen Anfälligkeit für Milben (entsprechende Pflege vorausgesetzt), so dass sie für Allergiker gut geeignet sind.
Die Visco-Matratze ist für druckempfindliche Körperstellen optimal geeignet und entlastet diese Regionen wir keine andere Matratze. Als möglichen Nachteil könnte man benennen, dass sie sich evtl. zu langsam in die Ursprungsform zurückbildet, was unter Umständen die Bewegungsfreiheit beim Schlafen (Änderung der Liegeposition) einschränken kann. Aber gerade diese Eigenschaft wird von einige Menschen als einer der Vorteile dieser Matratze gesehen. Ein weiterer Nachteil der Visco-Matrazen zeigt sich bei Menschen, die ihre Schlafraum-Temperatur gerne niedrig halten. Da das Material bei Wärme nachgibt, ist das Verhalten bei zu niedrigen Temperaturen stark eingeschränkt. Im Gegensatz dazu kann die Bildung von Wärmestaus in den Liegemulden zu stärkerem Schwitzen führen. Insbesondere, wenn der Bezug der Matratze keine guten Luftzirkulationseigenschaften aufweist. Da die Visco-Matratze aber im Vergleich weniger Gewicht haben, sind sie leichter zu transportieren und auch das Wenden leichter zu handhaben. Bei Visco-Matratzen mit einer Lage PUR-Schaum und einer Lage Memory Schaum fällt das Wenden entsprechend ganz weg.
Latexmatratzen haben meist ein sehr hohes Gewicht, was sie – da sie auch sehr flexibel sind - unhandlich macht. Das kann den Transport und das empfohlene regelmäßige Wenden ggf. schwer gestalten. Ein weiterer Nachteil, der jedoch seltener Auftritt, ist der Geruch des Materials. Er verfliegt jedoch nach einigen Wochen gänzlich und hier kann man das Problem mit einem guten Auslüften der Matratze vor Benutzung schon beheben. Da Latexmatratzen keinen optimalen Feuchtigkeitstransport bieten und das Schwitzen fördern, ist diese Matratze für Menschen, die im Schlaf stark transpirieren weniger gut geeignet. Auch das empfohlene regelmäßige Auslüften der Latexmatratze mag für viele als Nachteil gesehen werden, ist aber empfehlenswert, um die Abgabe aller aufgenommener Feuchtigkeit an die Luft zu ermöglichen. Dieser Nachteil bezieht sich allerdings auf Matratzen, die aus rein synthetischem Latex oder mit einem Anteil von ca. 30 Prozent Naturlatex. Bei einem Produkt aus 100 Prozent Naturkautschuk ist aufgrund besserer Belüftungseigenschaft des Materials auch der Feuchtigkeitstransport wesentlich höher. Nicht den Vorteil vergessend, dass es sich bei Naturkautschuk um einen nachwachsenden Rohstoff handelt. Ein Faktor bei den Latexmatratzen ist auch die Lichtempfindlichkeit von Naturlatex. Sie sollten ihre Matratze daher nur bedingt dem Sonnenlicht aussetzen, da das den Alterungsprozess beschleunigt.
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