Stiftung Warentest - Die Stimme der Verbraucher Teil 2

Um dem Vorwurf des Lobbyismus entgegen zu wirken, macht Stiftung Warentest keine Werbung in eigener Sache.
Für die Stiftung arbeiten Wissenschaftler aus allen Bereichen und Marktforscher, deren Arbeit von einem Kuratorim und einem Beirat beurteilt wird. Jedes Produkt, das durch das Prüfverfahren geht, wird vorher sorgfältig ausgewählt und die anschließenden Tests werden von einem Gremium aus externen Vertretern, Vertretern der anbietenden Wirtschaft, Verbrauchern und unabhängigen Sachverständigen überwacht.
Die eigentlichen Teste werden nicht von Mitarbeitern der Stiftung Warentest durchgeführt, es werden vielmehr unabhänige und neutrale Prüfungsinstitute weltweit damit beauftragt.

Getestet werden jährlich ca. 200 Produkte des täglichen Lebens, die von Fertigsuppen über Autos, bis hin zu Waschmitteln und Tiefkühlpizza reichen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Produkte die bereits im Handel sind und nicht um Portotypen. Dazu kommen Tests die sich mit den wöchentlichen Angeboten der Lebensmitteldiscounter beschäftigen und von der Pauschalreise bis zu Haushaltsgeräten und Handytarifen alles unter die Lupe nehmen. Eine weitere Rubrik sind “Medikamente im Test”. Hier erfährt der Verbraucher alles über 9.000 verschiedene Medikamente aus 175 Wirkungsgebieten.
Wie die Arbeit der Stiftung Warentest aussieht, soll hier am Beispiel von Matratzen und Lattenroste verdeutlich werden.
Anonyme Testkäufer haben in 89 Fachgeschäften, Einrichtungshäusern und Discountern verschiedene Matratzen gekauft und die Stiftung Warentest hat sie nach mehreren Kriterien getestet und bewertet. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Liegekomfort und den Liegeeigenschaften. Welche Matratze ist die Richtige für Menschen mit Rückenproblemen, mit welcher kommen speziell ältere Menschen gut zurecht und für wen lohnt sich die Anschaffung welcher Matratze. Taschenkern, Federkern, Schaumstoff oder Latex. Besonders berücksichtigt wurden dabei die Matratzen für Allergiker. Die angebotenen Latex und Schaumstoffmatratzen erfüllten fast alle die besonderen Anforderungen für Menschen mit Hausstauballergien. Weiter wurde in Dauertests die Stabilität geprüft, die Haltbarkeit, der Bezug, der unter anderem auf seine Reissfestigkeit geprüft wurde und die Handhabung. Dazu gehörten zum Beispiel Versuche, welche körperliche Kraft aufgewendet werden muss um die Matratze zu wenden. Weitere Kriterien waren die Umwelt- und Gesundheitliche Aspekte. Außerdem wurden die Aussagen der Werbung auf ihren Wahrheitsgehalt getestet. Eine eigene Testreihe beschäftigte sich ausschließlich mit Kindermatratzen.
Das Fazit der Testreihe: Gut die Hälfte der getesteten Matratzen wurde mit Gut bewertet, keine bekam ein Sehr Gut, aber auch keine ein Magelhaft oder sogar Ungenügend. Die mit Abstand teuerste Matratze bekam ein Ausreichend (3,8) und die mit gerade einmal 100,- Euro preiswerteste Matratze schnitt mit Befriedigend (2,6) ab. Entscheidend für das Testergebnis war aber das Preis/Leistungsverhältnis
Was bei diesem Test negativ überraschte war die Tatsache, das der Kunde in nur jedem zweiten Fachgeschäft oder Möbelhaus gut, freundlich und fachgerecht beraten wurden.
Auch Lattenroste wurden von Stiftung Warentest geprüft. Dazu wurden Lattenroste verschiedener Hersteller und aus verschiedenen Materialien auf Haltbarkeit und Stabilität getestet. In 60.000 sogenannten Walzgängen mit einem stetigen Gewicht von 140 kg wurde ein Nutzungszeitraum von acht bis zehn Jahren simuliert.
Das Ergebnis verblüfft. Lattenroste nutzten sich so gut wie gar nicht ab. Die verleimten Hölzer sind äußerst stabil und zeigen auch nach Jahren keine Ermüdungserscheinungen.

Seit ihrer Gründung vor 44 Jahren sieht sich die Stiftung Warentest immer wieder Kritiken ausgesetzt, die bemängeln, die Testreihen wären nicht nachvollziehbar oder bei manchen Produkten oder Dienstleistungen schlicht unmöglich. Da der Bekanntheitsgrad der Stiftung Warentest sehr hoch ist und die Bevölkerung ihr ein großes Vertrauen entgegen bringt, finden solche Kritiken kaum Gehör.
Produkte die bei Tests gut oder sogar sehr gut abgeschnitten haben, verkaufen sich in der Regel besser als die Produkte, die gar nicht oder nicht so gut getestet und bewertet wurden. Gute Testergebnisse werden auf Verpackungen und in der Werbung von den Herstellern deutlich hervorgehoben.
Die Werbung mit guten Testergebnissen der Stiftung Warentest kann aber auch irrelevant und sogar wettbewerbswidrig sein, wenn der Hersteller vergisst zu erwähnen, das ein vergleichbares Produkt eines Mitbewerbers mit Sehr Gut getestet wurde.
Andererseits werden Produkte die im Test schlecht oder sehr schlecht bewertet worden sind, völlig vom Markt genommen.
Ein Beispiel dafür ist die Kosmetiklinie einer bekannten deutschen Schauspielerin die in Teleshops angeboten und verkauft wurde. Das Urteil der Stiftung Warentest war derart vernichtend, das die Kosmetik komplett vom Markt genommen wurde. Die Stiftung Warentest hatte anhand von Testpersonen nachgewiesen, das speziell die Gesichtscreme der Serie schwere Allergien auslösen kann. Der anschließend angestrebte Prozess gab Stiftung Warentest Recht.
Einer der spektakulärsten Tests der letzten Jahre, war die Überprüfung auf Sicherheit in den Stadien vor der Fußballweltmeisterschaft 2006. Die Wellen der Empörung schlugen hoch, als Stiftung Warentest bei gerade mal drei Stadien “nur” geringe Mängel feststellte und die restlichen neun Stadien erhebliche bis schwere Mängel hatten. Der Schwerpunkt des Tests waren die Evakuierungs und Fluchtmöglichkeiten im Falle einer Massenpanik. Bemängelt wurden vorallem zu schmale Treppen, zum Teil sehr lange Fluchtwege und unsichtbare Stolperkanten. Franz Beckenbauer tobte und warf Stiftung Warentest vor, nicht objektiv zu sein und der Nation die Freude an der Weltmeisterschaft verderben zu wollen.
Trotzdem veröffentlichte Stiftung Warentest die Testergebnisse im Detail in ihrer Zeitschrift “Test”.
Im Schnitt erreichen die Stiftung Warentest zehn Schadenersatzklagen pro Jahr.
Hersteller von Produkten die im Test schlecht abgeschnitten haben, versuchen mit Klagen in erster Linie die Glaubwürdigkeit von Stiftung Warentest zu untergraben. Bis heute hat die Stiftung fast alle Prozesse gewonnen. Sie ist noch nie zu Schadenersatz verurteilt worden oder hat Schadenersatz in irgendeiner Form gezahlt.
Bis heute hat Stiftung Warentest fast 4.500 Tests mit über 80.000 unterschiedlichen Produkten und 1.400 Dienstleistungen durchgeführt und die Ergebnisse veröffentlicht.

Wer eine Neuanschaffung plant und sich nicht sicher ist, ob das was er kaufen möchte, auch wirklich sein Geld wert ist, der sollte sich im Vorfeld genau und in aller Ruhe bei der Stiftung Warentest einen Überblick verschaffen.

Den ersten Teil finden sie in unserem Shop unter  Test Matratzen unter den Produkten.

Hier kommen Sie zum Matratzen und Lattenrost SHOP

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