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Die Anschaffung einer neuen Matratze will gut vorbereitet sein, denn gute Qualität hat ihren Preis. Wer bereit ist, mehrere hundert Euro für eine Matratze zu zahlen, muss erwarten können, dass sie genau die gewünschten Eigenschaften hat, auf den Nutzer individuell angepasst wurde und lange haltbar ist. Auch der Nachhaltigkeitsfaktor findet bei Herstellern und Kunden immer mehr Berücksichtigung: sowohl die (hoffentlich) selbstverständliche Schadstoff- und Geruchsfreiheit als auch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe sowie die sozialverträgliche Produktion werden stark nachgefragt. Dass das Polyurethan FCKW-frei (zumeist mit Kohlendioxid) aufgeschäumt wird, ist zumindest für europäische Produkte vorgeschrieben. Auf ein Treibmittel kann aber auch ganz verzichtet werden; der “Schaum” entsteht dann bereits bei der Herstellung des Grundmaterials. Anstelle des Rohöls als Grundstoff für den PUR-Schaum wird inzwischen verstärkt an der Verwendung pflanzlicher Öle geforscht; erste Ergebnisse der so genannten Naturölmatratzen sind auf dem Markt; die jeweils neuesten Modelle sind durchaus anschaffenswert.
Die Qualität einer Kaltschaummatratze lässt sich – neben den individuellen Wünschen – an mehreren Faktoren ablesen. Der wichtigste ist das so genannte “Raumgewicht”, also das Gewicht in Kilogramm je Kubikmeter Matratzenschaum. Von einem Raumgewicht ab 40 ist die Qualität akzeptabel, vorzuziehen ist eines von 50 oder 60. Dieses Maß steht sowohl für die zu erwartende Haltbarkeit als auch für die Punktelastizität – die Tatsache, dass die Matratze bei Belastung nachgibt, ohne um diesen Belastungspunkt großflächig durchzuhängen und damit das gerade und entspannte Liegen zu erschwerden. Die Elastizität steigt außerdem mit der Höhe der Matratze an - amerikanische Modelle sind übrigens meist höher als die in Europa gebräuchlichen. Die meisten Hersteller liefern ihre Matratzen jedoch nicht nur in verschiedenen Längen und Breiten, sondern auch Stärken aus.
Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Unterteilung der Matratze in Bereiche verschiedenen Querschnittes, die “Zonen”. Üblich sind zwei bis sieben davon; sie sind den jeweiligen Körperzonen, die auf ihnen aufliegen sollen, angepasst. Bei sieben Zonen kann die Aufteilung beispielsweise folgendermaßen vorgenommen sein: Kopf/Nacken – Schulter – Taille – Hüfte – Taille – Schulter – Nacken/Kopf, wobei die tendenziell stärker belasteten Zonen von Schulter oder Hüfte nachgiebiger gestaltet werden als die, welche weniger Druck aufnehmen müssen. Ziel ist die gestreckte Liegeposition des Schlafenden. Die verschiedenen Zonen sollen eine optimale Druckentlastung sicher stellen, Positionswechsel nicht erschweren, unnötiges Schwitzen durch eine optimale Luft- und Feuchtigkeitszirkulation verhindern und den Körper auf ideale Weise stützen.
Auch die “Härte” der Kaltschaummatratze ist wichtig; hier gilt die Faustregel, dass Personen bis 60 Kilogramm Körpergewicht weiche, bis 70 Kilogramm mittelharte und ab 80 Kilogramm harte Matratzen wählen sollten. Individuelle Vorlieben, die Rückenform und die bevorzugte Schlafposition (Seiten-, Rücken- oder Bauchschläfer) müssen jedoch bei dieser Wahl berücksichtigt werden; außerdem ist die “Härte” nicht genormt, so dass die Vergabe des Härtegrades im jeweiligen Ermessen des Herstellers liegt. Im Gegensatz dazu gibt es für die bei guten Modellen ausgewiesene “Stauchhärte” Regelwerte; hierbei wird die Kraft gemessen, die benötigt wird, um den Schaumkörper um 40 Volumenprozent zu verkleinern. Je größer die Stauchhärte ist, desto fester ist die Matratze. Ein Probeliegen bei einem gut sortierten Händler hilft bei der Feststellung der eigenen Bedürfnisse und bei der Auswahl der geeigneten Modelle.
Die Haltbarkeit der Kaltschaummatratze kann durch sorgfältigen Umgang deutlich erhöht werden. Hierzu zählt der Einsatz eines Tuchs zwischen Lattenrost und Matratze sowie die Nutzung einer waschbaren, alle ein bis zwei Monate zu reinigenden Matratzenauflage. Letztere verhindert, dass nächtliche Schweißabsonderungen direkt von der Matratze aufgesogen werden, dass eventuelle Flecken, Hautschuppen oder Staubteilchen direkt in die Matratze eindringen, wodurch sie zu einem idealen Wohnort für Milben werden würde. Ein entsprechend ausgestatteter (teilweise silberhaltiger) Matratzenbezug unterstützt diese Schutzfunktion noch weiter. Auch regelmäßiges Lüften des Schlafzimmers sowie der abgedeckten Kaltschaummatratze hilft, die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren und die Matratze ganz durchtrocknen zu lassen. Außerdem hilft dieser Vorgang, Milben fernzuhalten bzw. ihre schnelle Vermehrung zu verhindern - und gerade diese Leichtigkeit, mit der Allergien und Asthma auslösende Faktoren bei Kaltschaummatratzen reduziert bzw. ausgeschlossen werden können, sind nicht nur für Allergiker ein wesentlicher Grund für eine Entscheidung für ein solches Modell.
Weiterhin ist die Kaltschaummatratze etwa monatlich zu wenden, was sowohl ein komplettes Austrocknen als auch eine gleichmäßige Abnutzung gewährleistet. Seitlich an der Matratze angebrachte Griffe, Grifftaschen bzw. Schlaufen sind hierfür sehr praktisch; bereits beim Kauf sollte auf das Vorhandensein dieser Transport- und Wendehilfe für die sonst recht unhandlichen Matratzen geachtet werden. Das früher übliche Ausklopfen der Matratze über der Teppichstange ist bei den heute üblichen einteiligen Modellen kaum machbar; Absaugen mit dem Staubsauger kann jedoch die Versteppungen belasten oder zerstören, wodurch die Gewährleistungspflicht des Herstellers erlischt. Um die Matratze von unten her nicht übermäßig zu belasten, sollte sie durch einen gut gespannten Lattenrost mit Lattenabständen von weniger als vier Zentimetern (oder einen Tellerlattenrost) ergänzt werden. Dellen und Beulen in der Matratze sind deutliche Zeichen, dass sie erneuert werden muss. Bei guter Pflege ist dieser – auch hygienisch nahezu unvermeidliche – Zustand nach etwa 10 bis 15 Jahren erreicht.
Fazit: Der Kauf einer neuen Matratze sollte nicht übereilt erfolgen. Empfehlenswert sind die in verschiedensten Ausführungen handelsüblichen Kaltschaummatratzen. Bereits die erste Nacht wird die Entscheidung für ein solches Modell bestätigen.
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