Die Aufführung
Wach lag ich in meinem Bett. Viel zu groß war die Aufregung. Ob morgen wohl alles gut ging? Konnte ich auch wirklich alle Schritte. Heute hatte ich mich zweimal vertanzt. War das nun ein gutes oder ein schlechtes Omen? Schließlich sagte man ja das bei der Generalprobe was schief gehen muss, damit es am nächsten Tag wirklich gut lief. Aber ich hatte immer noch Probleme an der einen Stelle. Und wenn ich vor Aufregung alles vergaß ? Ich hatte Lampenfieber. Schon immer. Ich hatte bei allen Aufführungen mitgemacht, doch das änderte sich nie. Im Geist ging ich noch mal alle Tänze durch. Und dann hakte ich. Nervös warf ich mich von einer Seite auf die andere, zählte langsam bis hundert, aber nichts half, bis ich es nicht mehr aushielt und aufstand. Leise machte ich meine Musik an. Meine Eltern waren bestimmt nicht erbaut davon, wenn sie mitbekamen, dass ich noch wach war. Ein Blick auf die Uhr, sagte mir das es halb zehn war, was meine Befürchtungen verstärkte. Alle vier Lieder tanzte ich durch. Gleich beim ersten unterlief mir ein Fehler und ich fing wieder von vorne an. So ging es zwei Stunden lang. Dann saß es perfekt. Ich tanzte alle hintereinander weg, ohne auch nur den geringsten Fehler. Wenn es morgen so gut lief, waren meine Sorgen ganz unbegründet. Beruhigt ließ ich mich auf meine weiche Kaltschaummatratze sinken und schlief ein bevor ich mit dem zählen bei zwanzig angekommen war. Am nächsten Tag erwachte ich etwas gerädert, aber als mir die Aufführung wieder einfiel, war ich gleich wieder nervös, doch hatte ich nicht mehr so viel Angst. Die Schritte das wusste ich nun, konnte ich ja fast im Schlaf. Und es stimmte. Die Aufführung wurde ein voller Erfolg und ich habe auch nur einmal gepatzt, was Gott sei Dank keiner gesehen hat.
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