Das etwas andere Wasserbett
Für meine Frau und mich ist unser Schrebergarten so ziemlich das Größte. Rückzugspunkt, Hobby, Urlaubsland und ein schöner Anblick zugleich. Alles was wir in unsere Wohnung nicht mehr brauchen wird in dieser Mini-Zweitwohnung sozusagen recycelt. Auch der Billige Unterbau unseres Wasserbettes, der übrigens das Wasser im Notfall hätte auffangen sollen, wurde in die Laube gebracht. Allerdings wollten wir im Garten kein richtiges Wasserbett aufbauen, wegen der Kosten und so. Also baute ich kurzerhand einen neuen Latterost in das Gestell ein. Obendrauf kam dann eine große Matratze. Alles natürlich entsprechend günstig, denn für schlafen kann man im Garten eigentlich nur im Sommer und im frühen Herbst. Mit schmunzeln erinnere ich mich noch genau an diesen Abend letzten Sommer: Fast eine Woche lang hatte es ende Sommer geregnet. Die Überschwemmungen im Umland wurden ja auch im Fernsehen gezeigt. In dieser Woche konnten wir also auch nicht in den Garten, denn wir hatten genug damit zu tun, das Wasser aus dem Keller zu pumpen. Unseren Nachbarn, die auch einen Platz auf der Schreber-Anlage haben, erging es nicht anders. Als wir dann endlich wieder Sonnenschein hatten und die gröbsten Schäden beseitigt waren beschlossen wir uns einen Tag Erholung zu gönnen und ließen es bei unseren Nachbarn im Schrebergarten bei einigen Bieren am Grill so richtig Knallen. Die Anlage steht höher als unser Ort und blieb also verschont. Einzig die Blumenbete mussten leiden. Also, nachdem wir so gefeiert hatten gingen Elke und ich zu unserem Garten rüber. Etwas lustiger vom Bier und etwas übermütig weil uns all die anstrengenden Tag doch ausgelaugt hatten und wir uns so langsam entspannten. Da die Laube aus Holz besteht und wegen unseres Übermutes, beachtete ich den muffigen Geruch erst gar nicht, weil das nach regnerischen Tagen eigentlich immer der Fall war. Wie zwei Teeanger tanzten wir eng umschlungen hinüber zu unserem Bett und ließen uns immer noch umarmt so richtig hineinplumpsen. Ein paar Sekunden drauf waren wir beide schlagartig nüchtern, denn wir fielen in einen kleinen See, der sich in dem Bettgestell und in der Matratze gesammelt hatte. Wir waren von oben bis unten klitschnass. Der Sturm und der viele Regen hatten ein paar Schindeln verschoben und das genau über dem Bett. So konnte in der vorherigen Woche der Regen ohne Probleme direkt ins Bett fallen. Und da das Gestell Wasserdicht war, blieb das auch da. Na ja, wir kamen mit einem Schrecken und frisch geduscht davon. Die Situation war so komisch, dass wir auch bei unseren Nachbarn, bei denen wir dann unterkamen noch lange nicht aufhören konnten zu lachen. Das Dach habe ich natürlich repariert und auch gleich ein neues Bett gekauft, so richtig mit Bettgestell, Lattenrost und Matratze und so.
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